Tänze-Lexikon

Verschiedene Tänze von A-Z erklärt

Tänze von A-Z

Langsamer Walzer

Der Langsame Walzer gehört mit seinen fließenden, runden und weichen Bewegungen zu den schönsten Tänzen überhaupt. Dieser elegante Gesellschaftstanz darf auf keinem festlichen Ballereignis fehlen! Er ist einer der Tänze, die weltweit getanzt werden.

Geschichte
Die Ursprünge des Walzers gehen bis ins 12. und 13. Jahrhundert zurück. Seine Wurzeln hat er in den paarweise getanzten Werbe- und Drehtänzen. Er ist einer der ältesten Gesellschaftstänze, der aus der Tyroliene hervor gegangen ist. Der langsame Walzer entwickelte sich aus dem deutlich schnelleren Boston. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Boston nach langsamerer Musik mit den dazugehörigen Figuren - offene und geschlossene Wechsel, Drehungen und Zögerwechsel - getanzt. Seit 1924 wurde der Langsame Walzer von den Engländern standardisiert und weiterentwickelt. So entstand der Walzer, wie er heute noch getanzt wird.

Taktart
Der langsame Walzer wird im 3/4 Takt getanzt; jeder Tanzschritt bekommt einen Taktschlag. Ein Langsamer Walzer hat etwa 30 Takte pro Minute.

Disco-Fox

Der Discofox ist der immer aktuelle Hit in Sachen Tanzen für Jedermann in Deutschland. Seine Popularität verdankt dieser "Praxistanz für alle Gelegenheiten" der Tatsache, dass er auf fast alle Musiktitel passt, die im 4/4 oder 2/4 Takt gespielt werden. Trotz der beinahe unendlichen Vielfalt an Drehungen und Wickelfiguren kann der Discofox auch auf kleinstem Raum gut führbar getanzt werden. Vom Tanzanfänger bis zur Turnierform ist alles möglich. Ab Silberkurs wird er in der Tanzschule im Hustle Rhytmus unterrichtet. Da der Disco-Fox auch außergewöhnlich beliebt ist, wird er im Grund- und Fortschrittkurs und später in den Medaillenkursen mit immer neuen Figuren ständig unterrichtet. Der Discofox lebt von Kreativität. Motto: Erlaubt ist was gefällt!

Geschichte
Der Discofox entstand 1973/74 als die frei improvisierenden Beat-Tänzer zum Paartanzen und damit zur Tanzhaltung übergingen. Der Discofox hieß in den 1970er Jahren Beatfox. In Deutschland entstand der Discofox, in Amerika der Hustle. Zur Musik des Philly-Sounds tanzten die Paare Figuren und Variationen aus Foxtrott, Swing und "altem Rock“. Der Höhepunkt des Discofox-Booms kam mit dem Lied "Night Fever“ der Bee Gees im Jahr 1978. Einer der auffälligsten Unterschiede zwischen dem Discofox und seiner amerikanischen Variante dem Hustle (oder DiscoHustle) ist, dass beim Hustle anstelle des Discofox-Tap ein Ball Change getanzt wird. Zur typischen Hustle-Optik gehört des Weiteren ein flach und vor allem ruhig getanzter Bewegungsablauf. Ein weiterer Unterschied zwischen dem amerikanischen Hustle-Stil und unserem Discofox besteht in der Figurenauswahl und deren Abläufe. Während der Discofox im Wesentlichen sehr praxisorientiert auf kleinstem Raum, rotierend und kompakt getanzt wird, lebt der Hustle meist von "durchgelaufenen", raumgreifenden Bewegungen und Figuren. Die gute "Führbarkeit" ist wiederum bei Beiden gleich.

Taktart
Discofox wird überwiegend auf einen 4/4 Takt getanzt. Tanzschritte und der typische Tap bekommen jeweils einen Taktschlag. Ein Grundschritt hat 3 Taktschläge.

Tango

Verheißung und Illusion, Liebe und Hass, Enttäuschung und Melancholie. Der Charakter des Tanzes ist weich, sentimental und verhalten oder schnell, dynamisch mit kurzen abrupten Bewegungen. Dieser Tanz der Leidenschaft wird eng umschlungen getanzt. Immer wieder wird inne gehalten, was eine Spannung hervorruft, in der sich Musik und Tanz gegenseitig beeinflussen. Der Tango lebt von der Spannung zwischen Dame und Herr, vom improvisierten Spiel ihrer Beine, die zärtlich streicheln und rasant hakeln können und von der Nähe und Distanz des Paares. Es gibt grundsätzlich zwei große Stilrichtungen, den Tango Argentino und den Tango im Englischen Stil, der in der Turnierform seine Vollendung findet.

Geschichte
Tango kommt aus Argentinien, mit Ursprüngen in Kuba und Uruguay im 18. Jahrhundert. Der argentinische Tango entstand um 1880 in den Einwanderervierteln am Rio de la Plata, an dessen Mündungsdelta Buenos Aires liegt, aus Habanera und Milonga, einer Mischung aus afro-kubanischer und europäischer Musik. Um die Jahrhundertwende wurde er zum Gesellschaftstanz. Ende der 20er Jahre kam die Trennung in Tango Argentino und Tango des Englischen Stils. Noch in den 50er Jahren war Tango Turniertanz der Lateinamerikanischen Disziplin. Heute unterscheidet man hauptsächlich den Tango im Englischen Stil/Gesellschaftstanzstil und den Tango Argentino.

Taktart
Der Tango als Gesellschaftstanz wird meistens im 2/4 Takt gespielt. Tanzschritte bekommen einen Taktschlag oder zwei Taktschläge. Ein typischer Grundrhythmus ist "schnell-schnell-langsam".

Slowfox

Der im englischen Stil getanzte Slowfox ist charakterisiert durch lange, weite Schwünge und progressive Drehungen, die den gleichmäßigen Bewegungsfluss unterstützen. Er benötigt bei seiner Ausführung viel Platz, daher ist er in der Öffentlichkeit kaum tanzbar. Auf Slowfox-Musik lässt sich jedoch jederzeit auch ein langsam getanzter Foxtrott, die Schritte vom Blues oder auch die der Karree-Rumba tanzen.

Geschichte
1924 trennte man die schnelle und die langsamen Form des Foxtrotts und nannte sie Quicktime Foxtrot und Slow Foxtrot. Heute unterscheidet man zwischen dem Foxtrott (Gesellschaftstanz im Welttanzprogramm), dem Slowfox (Standardtanz im englischen Stil, seit 1928 Turniertanz) und dem Quickstep (Standardtanz im englischen Stil, seit 1928 Turniertanz).

Taktart
Getanzt wird der Slowfox im 4/4 Takt mit einem Tempo von 28 bis 30 Takten in der Minute. Tanzschritte bekommen einen Taktschlag oder zwei Taktschläge. Ein typischer Grundrhythmus ist "langsam-schnell-schnell".

Cha-Cha-Cha

Cha Cha Cha ist wie ein Flirt. Er lebt vom fröhlichen, ungezwungenen Spiel durch Blicke, Gesten und Berührungen von zwei Personen die versuchen sich gegenseitig näher zu kommen. Cha Cha Cha ist der Prosecco unter den Tänzen - aufregend prickelnd, lebendig sprudelnd und gut gekühlt zu genießen. Der Cha-Cha-Cha ist dabei gegenwärtig der deutschlandweit beliebteste Tanz in den Tanzschulen. Zufall? Nicht wirklich. Zwei Dinge kommen ihm nämlich zugute. Er kann auch zu moderner Disco-, Pop- oder Chartmusik getanzt werden und er ist höchst variabel. Kein Wunder also, dass der World Dance Council (WDC) den Cha Cha Cha zum Tanz des Jahres 2007 auserkoren hat.

Geschichte
Cha Cha ist der jüngste lateinamerikanische Gesellschafts- und Turniertanz. Er wurde in den 50er Jahren mit höchster Wahrscheinlichkeit von dem kubanischen Musiker und Bandleader Enrique Jorrin (geb. 1926) "erfunden". Er stellte zu dieser Zeit eine langsame Variante des Mambo vor, die große Zustimmung und Beliebtheit auf Kuba fand und somit den Mambo dort in den Hintergrund drängte. Trotz seiner künstlichen Schöpfung als Modetanz wurde der Cha Cha Cha schon in den 60er Jahren in die Reihe der Turniertänze aufgenommen. 1955 wurde der Cha Cha Cha in den USA Modetanz des Jahres und eroberte in den nächsten Jahren weltweit die Tanzflächen. Das Hamburger Tanzlehrerpaar Gerd und Traute Hädrich folgt 1957 einer Einladung der "Dance Masters of America", um als Fachlehrer den Wiener Walzer zu unterrichten. Im Austausch bringen sie von dieser Amerikareise den Cha Cha Cha mit und prophezeien ihm eine große Zukunft. Zeitgleich war Udo Bier als Fachlehrer in Europa, USA und Kanada tätig, er bringt den Tanz nach Europa und unterrichtet viele tausend Tanzlehrer. Auf dem Tanzlehrerkongress des ADTV wurde der Cha Cha Cha als Modetanz vorgestellt. Er entwickelt sich sehr schnell zum "Klassiker" und ist im Gegensatz zu vielen anderen Modetänzen zum festen Bestandteil der Gesellschaftstänze geworden.

Taktart
Getanzt wird der Cha Cha Cha im 4/4 Takt mit einem Tempo von 30 bis 32 Takten in der Minute. Auf einen Taktschlag werden ein oder zwei Schritte getanzt. Der typische Grundrhythmus ist "Schritt-Schritt-Cha-Cha-Cha" wobei das Cha Cha Cha Chasse schnell getanzt wird.

Mambo - Salsa

Egal welcher Style, wer Salsa einmal ausprobiert hat, kann meist nicht mehr davon lassen. Der von Percussions getrommelte Rhythmus zieht einen wie von Zauberhand auf die Tanzfläche. Der Grundschritt ist einfach, bietet aber unzählige Variationsmöglichkeiten. Salsa lebt nicht in so sehr von der Eleganz der Schritte - es sind Lebensfreude, Spaß, Kombinationsvielfalt, Paarharmonie, das "ewige Spiel" des Eroberns und erobert werdens, die den Tanz so beliebt machen - Flirtfaktor = 100%. Inzwischen gibt es in allen Großstädten Europas eine Salsa-Szene. In Salsa-Discotheken und Clubs wird vorwiegend Salsa-Mambo-Musik gespielt, deren Ursprung vorwiegend Cuba und Puerto Rico ist. Salsa ist einem sehr schnellen Wandel unterworfen, ständig strömen neue Einflüsse auf diesen Tanz ein und werden aufgenommen, so dass Salsa uns auch in Zukunft ständig ein neues Bild zeigen wird.

Es gibt grundsätzlich zwei große Stilrichtungen in Salsa: Der Cuban Style und der New York bzw. Puerto Rican Style. Beide Arten spielen das gleiche uralte Spiel des Eroberns und Erobert-Werdens.

Cuban Style basiert auf seit- und kreisförmigen Bewegungen und Figuren. Im Cuban Style tanzt man überwiegend in Tanzhaltung und lässt selten eine Hand los. Die Figuren werden grundsätzlich "rund" getanzt, dass heißt, das Paar dreht sich (ähnlich wie im Discofox) ständig im Raum. Es gibt sehr viele verschlungene Figuren, die viel tänzerisches Geschick von beiden Partnern fordern. Cuban Style ist auch die Grundlage der Rueda de Casino.

New York / Puerto Rican Style basiert auf dem Mambo Grundschritt sowie Rock Steps. In New York sieht man eine unendlich große Vielfalt von Interpretationen, angefangen von HipHop Einflüssen, über Flamenco, Tango Argentino, Hustle, Ballett ect.. Der Style ist grundsätzlich auf einer geraden Linie ausgerichtet. Der Herr "präsentiert" seine Dame und gibt ihr viel "Handfreiheit". So kann sie recht oft mit schönen Armbewegungen den Tanz ausschmücken (Ladies Styling). Manchmal lässt der Herr seine Dame auch ganz ohne Handhaltung und tanzt eigene Schrittkombinationen, den so genannten "Open Shines", mit denen er die Zuschauer in den Bann ziehen will. Diese "Shines" werden von der Dame "beantwortet"

Geschichte
Salsa / Mambo ist eine Mischung aus Tanzformen der europäischen, afrikanischen und indianischen Kultur. Vor allem spanische und französische Musik (Contredance) vermischte sich mit den afrikanischen Rhythmen der Yoruba, der Cucumí, der Bantu und der Conga. Bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts trugen begabte kubanische Musiker diese Musik (Mambo) nach New York. Dort vermischte sie sich mit dem nordamerikanischen Jazz, dem Swing und dem Bebop. Die Mambo Ära hatte ihren Hauptstützpunkt zu dieser Zeit in einem Tanzpalast auf dem New Yorker Broadway, dem "Palladium". Noch heute wird eine der vielen Salsa-Stilrichtung "Palladium-Style" (Klassischer Mambo) genannt. Durch die vielen Einwanderer aus den lateinamerikanischen Ländern wie Kuba, Puerto Rico, Dominikanische Republik, Venezuela, Kolumbien, Panama entstand in der Folgezeit - beginnend mit den 60er Jahren - ein neuer spezieller Latin Sound aus den traditionellen lateinamerikanischen Rhythmen gemixt mit Boogie, Swing, Rock & Roll etc. - die SALSA, die ihren Siegeszug mittlerweile um die gesamte Welt angetreten hat. Wobei man an dieser Stelle darauf hinweisen muss, streng zwischen der Musik und dem Tanz des Mambos zu unterscheiden: Die Mambo-Musik hat eine uralte Tradition, die tief aus dem Herzen Afrikas kommt. Der Mambo-Tanz dagegen ist eine künstliche Schöpfung. Die Mambo-Musik besteht aus einem komplexen Geflecht unterschiedlicher Rhythmen. Für ungeübte Ohren klingt das wie rhythmische Anarchie. Das Wort "Mambo" ist ursprünglich keine Bezeichnung für "Tanz", sondern nichts anderes als eine afrokubanische Bezeichnung für "Polymetrie". Jeder echte afrokubanische Tanz wird deshalb wie ein "Mambo" getanzt - eben polymetrisch - und das bedeutet Rhythmus gegen Rhythmus. Die Musik klingt zunächst so, als ob jeder Musiker seinen eigenen Rhythmus anschlüge; als herrschte Chaos! Aber es ist kein Chaos! Das Ganze hat Ordnung. Der Mambo ist eine facettenreiche Komposition, in der sich jede scheinbar losgelöste Rhythmuslinie kunstvoll wieder harmonisch dem Ganzen unterordnet. Es ist eben eine Musik, die aus der großen Tradition ihrer afrikanischen Herkunft entstanden ist; der Mambo ist die Musik des Voodoos, eine Musik aus dem Volk.

Taktart
Getanzt wird Salsa im 4/4 Takt mit einem Tempo von 44 bis 52 Takten in der Minute. Tanzschritte bekommen einen Taktschlag oder zwei Taktschläge. Der typische Grundrhythmus ist "schnell-schnell-langsam".

Jive - Boogie/Woogie - Rock´n ´Roll -Swing

Eine Richtung, die es wirklich in sich hat. Denn schon die so genannte Swing-Ära hatte großen Einfluss auf Gesellschaft und Kultur. Mit der Rock'n'Roll Zeit der 50er Jahre erlebte die Welt eine echte Revolution. Bis heute gehören zu dem Begriff Rock-Musiker einige der berühmtesten Interpreten aller Zeiten, ob Elvis oder die Rolling Stones. Eine Musikrichtung also, die nicht wegzudenken ist, denn dazu werden immer Menschen gerne tanzen wollen. Verwandte Tanzformen sind Lindyhop, Eastcoast- und Westcoast-Swing. Da es sich ständig um revolutionäre Tanzstile handelte, ist heute eine historische Aufarbeitung dieser Tanzrichtung immer unvollständig. Es gehörte ja sozusagen zum Selbstzweck dieser Tanzart, anders zu sein als die bürgerlichen Konventionen und sich nicht festlegen zu lassen.

Aus vielen verschiedenen Stilarten und jeweiligen Moderichtungen haben sich langfristig drei Versionen herausgebildet, die hier beschrieben sind.

  • 1. der Jive in seinen Varianten vom Grundkurs bis zum Tanzsport
  • 2. der Boogie Woogie als Stilart der 50er Jahre
  • 3. der Rock'n'Roll als eigene Sportart mit Akrobatik

Der "Jive" ist ein temperamentvoller, spritziger und fröhlicher Tanz. Die Tanzpaare wirken leicht und lebensfroh, unbekümmert spielen sie mit der Musik. Getanzt wird Jive im 4/4 Takt mit einem Tempo von 32 bis 44 Takten in der Minute. Tanzschritte bekommen einen Taktschlag oder eine 3/4-1/4-1 Teilung. Die typische Grundbewegung ist "Rück-Platz-Wech-sel-schritt-Wech-sel-schritt"

Unter Boogie Woogie fasst man die Tanztechniken zusammen, die zum Stil der 50er Jahre passen und in der Boogie-Szene getanzt werden. Nicht nur auf 50er Parties mit Petticoat und Elvis-Tolle, sondern auch in den modernen Discos und Tanzpalästen läuft immer wieder Musik von Bill Haley, Elvis etc. und natürlich auch Swing. Die Mischung aus Coolness und Dynamik, die den Tanzstil des Boogie ausmacht ist genau richtig für die Feten-Tanzfläche. Es wird also immer ein Bedarf vorhanden sein, diese Tanzart zu lernen. Getanzt wird Boogie Woogie im 4/4 Takt mit einem Tempo von 36 bis 46 Takten in der Minute. Tanzschritte bekommen einen Taktschlag oder zwei Taktschläge. Eine typische Grundbewegung ist " Rück-Platz-Seit-Seit"

Der Rock'n'Roll als sportlicher Tanz hatte Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre seine Blütezeit in den Tanzschulen mit dem leicht erlernbaren 6er-Schritt. Mit dem Sprungschritt und den Akrobatikelementen ist er eine sehr anspruchsvolle Sportart mit genau festgelegten Techniken. Getanzt wird Rock'n'Roll im 4/4 Takt mit einem Tempo von 40 bis 48 Takten in der Minute. Tanzschritte und Kicks bekommen einen Taktschlag. Die typische Grundbewegung ist "Rück-Platz-Kick-Schritt-Kick-Schritt"

Paso Doble

Der Paso Doble ist die tänzerische Darstellung des spanischen Stierkampfes also der Tanz des Torreros mit seiner Capa, dem roten Tuch. Die Dame als Capa folgt der Führung des Herrn selbstbewusst, distanziert und wendig. Der Herr als Torrero zeigt sich entschlossen, kühn und stolz. Die Anspannung der Körper ist für das Publikum zu spüren. Heute ist der Paso Doble in Mitteleuropa in den Hintergrund gedrängt worden. Er ist zwar seit 1945 Turniertanz und wird in Tanzschulen gelehrt, ist jedoch in der Öffentlichkeit eher selten vertreten. Es gibt nur wenige Musikgruppen, die ihn im Repertoire haben.

Geschichte
Der Paso Doble ist ein marschähnlicher Tanz, der vor allem in Spanien und Südfrankreich entstanden ist. Die Musik ist aus Elementen des Fandango und des Flamenco angereichert. Der Flamenco-Stil bildete sich im 19. Jahrhundert heraus. Die Franzosen haben den Paso Doble standardisiert, deshalb gibt es viele französische Figurbezeichnungen. In den 20er Jahren wurde er als "Stierkampf-Pantomime" bekannt. Die Weiterentwicklung des Onestep, eines aus Amerika kommenden Gesellschaftstanzes, der in den Jahren 1912 bis 1925 getanzt wurde, zählt zu den Marschtänzen. Als Twostep, meist im 2/4- oder 6/8 Takt gespielt, ist er als Paso Doble bekannt. Die Paso Doble Musik ist energisch, klar strukturiert, streng und gewaltig. Der wohl bekannteste Paso Doble ist "Espana Cani", auf dessen Phrasen sich auch die Tänzer mit ihrer Choreographie eingestellt haben, was für Turniere unerlässlich ist.

Taktart
Getanzt wird Paso Doble im 2/4 Takt mit einem Tempo von 60 bis 62 Takten in der Minute. Tanzschritte bekommen einen Taktschlag. Der typische Grundrhythmus ist "schnell-schnell".

Wiener Walzer

Der Wiener Walzer ist das Glanzstück der Walzer: Kreisende Wogen von Tanzpaaren, erfasst vom Dreivierteltakt. Trotz seiner relativ hohen Geschwindigkeit strahlen die Bewegungen kaiserliche Erhabenheit aus. Er ist der älteste und traditionsreichste Gesellschaftstanz und hat seinen Glanz nie verloren. Selbst in Zeiten von Techno, HipHop und Co. ist der Wiener Walzer der Eröffnungstanz von Millionen Brautpaaren bei ihren Hochzeitsfeiern.

Geschichte
Die Anfänge des Walzers sind in den deutschen und österreichischen Bauerntänzen des Mittelalters zu finden. Der Ausdruck "walzertanzen" erklärt sich von der drehenden Bewegung der Füße am Boden. Der Walzer gilt als Träger der gesellschaftlichen Revolution. Der Wiener Walzer brachte ein Phänomen mit sich, das gerade angesichts der heutigen Tanzszene von Interesse ist: Erstmals in der Geschichte des europäischen Gesellschaftstanzes entstanden durch den Walzer frei tanzende Individuen, die sich in der ununterbrochenen Drehbewegung einer rauschartigen Tanzekstase hingaben.

Taktart
Der Wiener Walzer steht im 3/4 Takt. Es werden 60 Takte pro Minute getanzt - also pro Sekunde drei Schritte!

Foxtrott

Dieser Gesellschaftstanz im Viervierteltakt gilt als gemütlicher "Universaltanz" unter den Standardtänzen, da er sowohl für wenig als auch für viel Platz auf der Tanzfläche unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten bietet und leicht zu erlernen ist. Foxtrott, schon Ende des 19. Jahrhunderts bekannt, ist schwarzen Ursprungs. Als Tiertanz (Fuchstrab) mit Holzschuhen zur Ragtime-Musik getanzt, war er mit Schritten und Sprüngen des Negro-Jig ausgestattet. In Europa seit kurz vor dem 1. Weltkrieg bekannt. 1924 trennte man die schnelle und die langsamen Form des Foxtrotts und nannte sie Quicktime Foxtrot und Slow Foxtrot. Heute unterscheidet man zwischen dem Foxtrott (Gesellschaftstanz im Welttanzprogramm), dem Slowfox (Standardtanz im englischen Stil, seit 1928 Turniertanz) und dem Quickstep (Standardtanz im englischen Stil, seit 1928 Turniertanz).

Taktart
Getanzt wird der Foxtrott im 4/4 Takt mit einem Tempo von 40 bis 52 Takten in der Minute. Tanzschritte bekommen einen Taktschlag oder zwei Taktschläge. Der typische Grundrhythmus ist " langsam-langsam-schnell-schnell".

Quickstep

Quickstep ist einfröhlicher, beschwingter Tanz, der "Champagner" unter den Standardtänzen. Er ist der "große Bruder" vom Foxtrott und wird eigentlich immer auf "Gute-Laune-Musik" getanzt. Zu ihm gehören raumgreifende Bewegungen. Im Wettbewerb kommen die typischen Hüpfschritte dazu.

Geschichte
1924 trennte man die schnelle und die langsame Form des Foxtrotts und nannte sie Quicktime Foxtrott und Slow Foxtrott. Heute unterscheidet man zwischen dem Foxtrott (Gesellschaftstanz im Welttanzprogramm), dem Slowfox (Standardtanz im englischen Stil, seit 1928 Turniertanz) und dem Quickstep (Standardtanz im englischen Stil, seit 1928 Turniertanz).

Taktart
Getanzt wird der Quickstep im 4/4 Takt mit einem Tempo von 50 bis 52 Takten in der Minute. Tanzschritte bekommen einen Taktschlag oder zwei Taktschläge. Der typische Grundrhythmus ist "langsam-schnell-schnell-langsam".

Rumba

Das Wort Rumba, auch Rhumba, ist ein spanisches Wort und bedeutet "Fest" oder "Tanzfest". Es ist ein Sammelbegriff für viele historische afrikanische und afro-kubanische Lied- und Tanzformen. Im Gesellschaftstanz gibt es zwei verschiedene Arten sie zu tanzen: entweder als Karree-Rumba, oder als Wiegeschritt-Rumba im "Kubanischem Stil" die auch die Grundlage für den Turniersport bildet. Dies führte in den Jahren 1956 bis1963 zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich, den sogenannten "Rumbakriegen". Man einigte sich schließlich darauf, beide Varianten zuzulassen. Charakteristisch für diesen offenen Paartanz sind die Gegensätze von Nähe und Distanz, reizen und gereizt werden, Verheißung und Ablehnung. Eine getanzte Rumba ist so erotisch, romantisch und widersprüchlich wie die Liebe.

Geschichte
Die Anfänge reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück, also bis zur Ankunft der ersten afrikanischen Sklaven in Kuba. Ursprünglich war Rumba ein rein rhythmischer Tanz, also nur mit afrikanischen und afro-kubanischen Perkussionsinstrumenten gespielt. Heute wird Rumba überwiegend melodiös gespielt und mit Rhythmus unterlegt. Über New York kam die Rumba in den 30er Jahren nach Europa und erlangte in England und Frankreich die größte Verbreitung. Der erste Rumba-Schlager erschien 1930 "The Peanut Vendor", die erste Rumba-Choreografie tauchte 1931 in England auf, die von den Franzosen und Deutschen übernommen wurde. In der NS-Zeit war sie Vielerorts als "entartete" Musik verboten. Seit den 50er Jahren zählt sie zu den Gesellschafts- und Turniertänzen.

Taktart
Getanzt wird die Rumba im 4/4 Takt mit einem Tempo von 25 bis 32 Takten in der Minute. Tanzschritte bekommen einen Taktschlag oder zwei Taktschläge. Der typische Grundrhythmus ist "langsam -schnell-schnell".

Samba

Der Gesellschaftstanz Samba ist afro-brasilianischen Ursprungs und wird den latein- und nordamerikanischen Tänzen zugeordnet. Das Wort "Samba" stammt ab vom portugiesischen Wort semba, der Bezeichnung für "Tanz" in der Sprache des Kongo- und Sambesigebietes in Schwarzafrika, und ist zunächst ein Sammelbegriff für an die hundert brasilianische Lied- und Tanzformen afrikanischen Ursprungs. Samba war ursprünglich eine Mischung aus Rhythmen westafrikanischer Sklaven mit indianischer und portugiesischer Musik. Immer wieder entwickelten sich daraus neue Rhythmen und Tanzstile, wie zum Beispiel der Samba-Reggae, der in den 80ern von den Straßenkindern Pelourinhos in Salvador da Bahia erfunden wurde. Vergangenheit und Zukunft, Wünsche und Träume: das tanzt und singt man mit der Samba in Brasilien, bis heute.

Geschichte
Entstanden ist Samba in Brasilien im 19. Jahrhundert mit Ursprung in den kultischen Tänzen Altafrikas. Die Quellen der Samba führen bis in die Zeiten der Sklaverei in Afrika zurück, als die Samba bei den Bantus anlässlich der Kriegerweihe getanzt wurde. Bedingt durch die europäische Kolonisation Südamerikas im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Samba-Reigen- und Rundtänze zu Paartänzen umfunktioniert. 1914 kam der Vorläufer der Samba, die Maxixe, nach Europa, was einiges Aufsehen erregte. 1924 gelangte die Samba nach Europa. Was aber in Europa als Modetanz "Samba" getanzt wurde, war eine sehr vereinfachte Form der eleganten Grazie der Original-Samba, denn für den mitteleuropäischen Sambatänzer sind die den Südamerikanern angeborenen Bewegungen kaum zu erlernen. Seit den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts bezeichnet "Samba" einen schnellen Tanz in geradem Takt. Als Gesellschaftstanz wurde die Samba nach dem 1. Weltkrieg in Europa bekannt, kam aber erst nach dem 2. Weltkrieg in Mode und zählt heute zu den Gesellschaftstänzen, ist seit 1959 Turniertanz, seit 1963 im Welttanzprogramm.

Taktart
Getanzt wird Samba im 2/4 Takt mit einem Tempo von 50 bis 62 Takten in der Minute. Tanzschritte bekommen einen Taktschlag oder eine 3/4-1/4-1 Teilung. Die typische Grundbewegung ist "Schritt-Tap-Schritt-Tap" oder "Schritt-Rück-Platz-Schritt-Rück-Platz".

Quelle: ADTV.de